Aktuelles

Neue Entscheidung des BAG vom 22.06.2011 (8 AZR 48/10) zur Diskriminierung auf Grund der Rasse oder der ethnischen Herkunft - Aufforderung zur Teilnahme an einem Deutschkurs
01/14/2012 - 14:44

Leitsatz:

"1. Die Aufforderung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber, an einem Deutschkurs teilzunehmen, um arbeitsnotwendige Sprachkenntnisse für eine zulässigerweise angeordnete Tätigkeit zu erwerben, stellt keinen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz dar.

 2. Das gilt auch dann, wenn der Deutschkurs vertrags- oder tarifvertragswidrig außerhalb der Arbeitszeit und auf eigene Kosten des Arbeitnehmers absolviert werden soll."

Neue Entscheidung des BGH vom 13.07.2011 (VIII ZR 215/10) zum Verbrauchsgüterkauf bei branchenfremdem Nebengeschäft einer GmbH
11/21/2011 - 19:01

Leitsatz:

"1. Der Verkauf beweglicher Sachen durch eine GmbH an einen Verbraucher fällt, auch soweit es sich um branchenfremde Nebengeschäfte handelt, im Zweifel unter die Bestimmungen der §§ 474 ff. BGB zum Verbrauchsgüterkauf (im Anschluss an BGHZ 179, 126 = NZG 2009, 273, zum Verbraucherdarlehensvertrag).

2. Beim Verbrauchsgüterkauf ist bei einem behebbaren Sachmangel eine Fristsetzung zur Nacherfüllung als Voraussetzung für einen Rücktritt vom Vertrag auch im Falle eines - unwirksamen - formularmäßigen Gewährleistungsausschlusses nicht entbehrlich (Aufgabe von Senat, BGHZ 170, 31 = NJW 2007, 674 Rdnr. 44)."

Neue Entscheidung des BAG vom 24.02.2011 (2 AZR 636/09) zur Kündigung wegen Arbeitsverweigerung aus Glaubensgründen
11/05/2011 - 18:35

Leitsatz:

"1. Beruft sich der Arbeitnehmer gegenüber seiner Arbeitsanweisung des Arbeitgebers auf einen ihr entgegenstehenden, ernsthaften inneren Glaubenskonflikt, kann das Beharren des Arbeitgebers auf Vertragserfüllung ermessensfehlerhaft im Sinne von § 106 S. 1 GewO i. V. mit Art. 4 I GG sein.

2. In diesem Fall stellt zwar die Weigerung des Arbeitnehmers, der Weisung nachzukommen, keine vorwerfbare Pflichtverletzung dar, kann aber geeignet sein, eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus Gründen in der Person des Arbeitnehmers zu rechtfertigen, wenn es dem Arbeitgeber nicht ohne größere Schwierigkeiten möglich ist, den Arbeitnehmer anderweit sinnvoll einzusetzen."

Neue Entscheidung des BAG vom 06.04.2011 (7 AZR 524/09) zur Altersdiskriminierenden Vereinbarung über die Dauer eines befristeten Arbeitsvertrags
10/15/2011 - 15:43

Leitsatz:

"Eine an das Lebensalter des Arbeitnehmers anknüpfende Vereinbarung über die Dauer eines befristeten Arbeitsverhältnisses benachteiligt diesen i. S. von §3 I 1 AGG, wenn mit einem anderen - jüngeren - Arbeitnehmer in vergleichbarer Situation eine längere Befristungsdauer vereinbart worden wäre."

Neue Entscheidung des BGH vom 14.04.2011 (I ZR 133/09) zum Begriff der Garantieerklärung - Werbung mit Garantie
09/25/2011 - 17:18

Leitsatz:

"1. Unter den Begriff der Garantieerklärung i. S. des § 477 I 1 BGB fällt nur die zum Abschluss eines Kaufvertrags oder eines eigenständigen Garantievertrags führende Willenserklärung, nicht dagegen die Werbung, mit der eine Garantie im Zusammenhang mit Verkaufsangeboten noch nicht rechtsverbindlich versprochen wird, sondern die den Verbraucher lediglich zur Bestellung auffordert.

2. Wirbt ein Unternehmer für den Verkauf eines Verbrauchsguts mit einer Garantie, müssen die in § 477 I 2 BGB geforderten Angaben (Hinweis auf die gesetzlichen Rechte des Verbrauchers sowie darauf, dass sie durch Garantie nicht eingeschränkt werden; Inhalt der Garantie und alle wesentlichen Angaben, die für die Geltendmachung der Garantie erforderlich sind) nicht bereits in der Werbung gemacht werden. Aus Art. 6 II der Richtlinie 1999/44/EG, deren Umsetzung § 477 I 2 BGB dient, ergibt sich nichts anderes."

Neue Entscheidung des BAG vom 09.06.2011 (2 AZR 381/10) zur Entbehrlichkeit einer Abmahnung vor Kündigung wegen Arbeitszeitbetrugs
09/25/2011 - 17:10

Leitsatz:

"Der vorsätzliche Verstoß eines Arbeitnehmers gegen seine Verpflichtung, die abgeleistete Arbeitszeit korrekt zu dokumentieren, ist an sich geeignet, einen wichtigen Grund i. S. von   § 626 I BGB darzustellen. Der ARbeitnehmer verletzt damit in erheblicher Weise seine ihm gegenüber dem Arbeitgeber bestehende Pflicht zur Rücksichtnahme (§241 II BGB)."

Neue Entscheidung des BAG vom 28.04.2011 (8 AZR 515/10) zur Entschädigung bei Benachteiligung wegen Behinderung
08/11/2011 - 19:54

Leitsatz:

"1. Der bloße Ausspruch einer (später mit Zustimmung des Arbeitnehmers zurückgenommenen) Kündigung, die der Arbeitgeber mit häufigen und wiederzuerwartenden Arbeitsunfähigkeitszeiten begründet hat, stellt regelmäßig keine hinreichende Indiztatsache für die Vermutung einer Benachteiligung wegen einer Behinderung dar.

2. Kündigt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer wegen häufiger krankheitsbedingter Fehlzeiten, ohne zuvor ein ordnungsgemäßes, nach § 84 II SGB IX erfordeliches betriebliches Eingliederungsmanagement durchgeführt zu haben, so begründet dies keine Vermutung nach § 22 AGG für eine Benachteiligung des Arbeitnehmers wegen einer Behinderung. (Orientierungssätze der Richterinnen und Richter des BAG)."

Neue Entscheidung des BGH vom 22.03.2011 (II ZR 249/09) zur Klage gegen GbR nach rechtskräftig abgeschlossenem Prozess gegen Gesellschafter
07/30/2011 - 19:16

Leitsatz:

"Nimmt ein Dritter in einem Rechtsstreit die Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts aus ihrer persönlichen Haftung für eine Gesellschaftsschuld in Anspruch, entfaltet die Rechtskraft eines in diesem Prozess ergangenen Urteils keine Wirkung in einem weiteren Prozess, in dem er nunmehr den Anspruch gegen die Gesellschaft verfolgt. Dies gilt auch dann, wenn alle Gesellschafter am Vorprozess beteiligt waren."

Neue Entscheidung des BAG vom 27.01.2011 (2 AZR 825/09) zur außerordentlichen Verdachtskündigung wegen Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs - Außerdienstliches Verhalten
07/23/2011 - 16:54

Leitsatz:

"Der Arbeitgeber kann eine den Verdacht der Tatbegehung verstärkende Tatsache - wie die Erhebung der öffentlichen Klage - auch dann zum Anlass für den Ausspruch einer Verdachtskündigung nehmen, wenn er eine solche schon zuvor erklärt hatte. Die Frist des § 626 II BGB beginnt mit ausreichender Kenntnis von der verdachtsverstärkenden Tatsache erneut zu laufen."

Neue Entscheidung des BGH vom 20.04.2011 (5 AZR 191/10) zur AGB-Kontrolle beim Widerrufsvorbehalt - Ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen
07/18/2011 - 19:17

Leitsatz:

"1. Ein Widerrufsvorbehalt in einer Allgemeinen Geschäftsbedingung muss seit Inkrafttreten der §§ 305 ff. BGB den formellen Anforderungen vom § 308 Nr. 4 BGB genügen. Der Verwender muss vorgeben, was ihn zum Widerruf berechtigen soll.

2. Fehlt die Angabe von Widerrufsgründen in einem vor dem 01.01.2002 abgeschlossenen Arbeitsvertrag, kommt eine ergänzende Vertragsauslegung in Betracht."